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Braune Asseln:

 

Von einem befreundeten Froschzüchter bekam ich im Frühjahr 2009 einen Ansatz, mir bis dahin unbekannter dunkler Asseln. Die Informationen, die ich dazu von ihm bekam, waren nicht besonders umfangreich. Sein Ansatz stammte von einem weiteren Froschhalter, der ihn auf einer Börse von einem Holländer erworben hatte. Auch diese neuen Asseln sollen aus den Tropen stammen. Eine genaue Identität kann ich somit nicht anbieten.

Hier sieht man aber einmal sehr schön, wie sich so eine neue Futtertierart in der Terraristik ausbreitet. Auch ich habe inzwischen schon Zuchtansätze weiter gegeben.

Rein äußerlich ähneln die Tiere ein wenig unseren heimischen Kellerasseln. Ihre Färbung liegt zwischen tiefbraun und dunkelorange. Die Spitzen der Fühler sind auffällig weiß. Die Endgröße beträgt etwa 6mm und sie wirken viel schlanker als ihre weissen Verwandten (Abb. 1). Sie bewegen sich recht schnell, mit einer Geschwindigkeit die man einer Assel eigentlich gar nicht zutraut.

Genau wie meine weissen Asseln, kam der neue Ansatz in einen dicht schließenden Behälter von ca. 25x25x30cm. Die Zuchtbehälter stehen im oberen Bereich des Froschraumes bei ca. 24-28°C (Abb. 2) .

 

(1) eine braune tropische Assel
(2) verschiedene Behälter für braune Asseln

 

Meine zwischenzeitliche Internet-Informationssuche ergab, dass alle Asseln ursprünglich einmal Wasserbewohner waren. Aus diesem Grund wird das Substat (grobe Kokosstreu, Gartentorf, Eichenlaub) viel feuchter gehalten als die Zuchten der Springschwänze.

In die Bodenschicht kommt eine Vertiefung, in die das Futter für die Tierchen hinein gegeben wird. Über dieser Futterstelle (Abb. 3) liegt locker ein Stück feuchter Presskork. Je nach Bodengröße können auch mehrere Futterstellen angelegt werden. Gefüttert wird mit sämtlichen Gemüseabfällen aus unserer Küche. Gurke und Paprika wird bevorzugt aber es gibt wenig, was überhaupt nicht angetastet wird.

Hier zeigt sich einmal mehr der große Vorteil der Asseln als Futter für unsere Pfeilgiftfrösche. Ich kann die Futtertiere relativ einfach, sehr abwechslungs- und vitaminreich ernähren. Was mir bei anderen Futtertieren recht schwer fällt oder unmöglich ist, erfolgt hier wie selbstverständlich durch das breite Sortiment an angenommenem Gemüse.

Unter diesen Bedingungen erfolgt die Vermehrung in einem teilweise rasanten Tempo (Abb. 4).

 

(3) Futterstelle mit Presskork
(4) rasante Vermehrung

 

Zum Verfüttern klopfe ich die Presskorkstücke auf eine flache Schale bzw. einen flachen Deckel. Da die Asseln sehr schnell unterwegs sind, biete ich den Fröschen das Futter in diesen kleinen Untersätzen an. Damit will ich verhindern, dass sich die meißten Asseln schon vorher in die Terrariendekoration verkrümeln. Nach einer gewissen Zeit findet man immer wieder braune Asseln, die im Terrarium überlebt haben. Da ich bisher noch keine negativen Erfahrungen dadurch gemacht habe, stört mich das allerdings nicht.

Ein Problem stellt jedoch der sehr stark ausgepägte invasive Drang der Asseln dar. So infiltrieren die Tierchen, eigentlich gut verschlossene Behälter von anderen Futtertieren, die von mir unter ähnlichen Bedingungen gehalten werden. Allerdings verdrängen sie die Springschwänze oder weissen Asseln bisher nicht vollständig und man hat dann "nur" keine sortenreine Zuchten mehr. FELKA vermutet allgemein eine räuberische Lebensweise der braunen Assel.

Die braune Assel ist ein Futter für unsere Pfeilgiftfrösche, welches sich ohne großen Aufwand züchten lässt und das von allen meinen Fröschen sehr gern angenommen wird.

 

 

Literatur:

FELKA, Jens (2009): Asseln als Futtertiere, in REPTILIA Nr.79, Oktober / November 2009, Seite 62 - 67

 

 

©2008 Kaktusfisch ; letzte Änderung 30.09. 2009