www.kaktusfisch.de

Weisse Asseln, Trichorhina tomentosa:

 

Auf Börsen oder im Internet werden häufig fast reinweisse, tropische Asseln angeboten. Als Artname wird im Internet oft Trichorhina tomentosa angegeben. Ich will diesen Namen hier einmal unter Vorbehalt übernehmen. Sie erreichen bei mir nicht mehr als 5 mm Länge und werden, im Gegensatz zu unseren grauen Kellerasseln, von den Fröschen sehr gern gefressen. Eine ergiebige Zucht dieser Asseln, die ursprünglich aus Mittelamerika stammen soll, ist mir bisher leider noch nicht gelungen.

Laut Proy (Proy, 2000) vermehren sich die Tiere parthenogenetisch also durch Jungfernzeugung. Zwar vermehren sich die Tierchen bei mir, aber für eine regelmäßige Entnahme reicht die erzielte Menge einfach nicht aus. Daher stellen sie nur so etwas wie ein Feiertagsessen für meine Frösche dar. Zur Zucht kommen viereckige Plastikdosen mit Deckel von unterschiedlicher Größe zum Einsatz (Abb. 1). Diese Dosen stehen bei ca. 25°C in den oberen Etagen des Froschraumes.

Als Substrat verwende ich feine Kokosstreu die immer leicht feucht gehalten wird. Da die Asseln sowohl auf wie im Substrat leben, ist es wichtig ihren Lebensraum ab und zu aufzulockern. Das kann vorsichtig mit einem dünnen Stäbchen geschehen. Die Asseln fressen viele Gemüseabfälle wie Paprika (Abb. 4), Gurke, Kartoffeln und Champignons. Füttert man z.B. frischen, roten Paprika erscheinen die Asseln kurze Zeit später ebenfall rot. In den Behälter gelegte Eichenblätter (Abb. 2) dienen als Langzeitvorrat.

Gut eignet sich aber auch Paprikasamen die in jeder Frucht in Massen vorhanden sind. Bei vorhandenem Licht, keimen die Samen nach einiger Zeit in der Box und die jungen Paprikasämlinge werden dann nach und nach von den Asseln gefressen.

 

(1) verschiedene Behälter zur Asselzucht
(2) weisse Asseln fressen Eichenlaub

 

Ein weiteres Problem stellte die Entnahme der Asseln aus ihren Behältern dar. Ein einzelnes Absammeln ist viel zu aufwändig. Auch das Einbringen von einem Stück Baumrinde war hier keine befriedigende Lösung. Zwar konnte ich nun, mit einem weichen Pinsel, die auf dem Rindenstück festsitzenden Asseln in einen kleinen Becher abstreifen aber ich hatte dabei immer noch mehr Dreck als Futtertiere im Becher. 

Aufgelegte Presskorkstücke verbesserte das Ergebnis schon ein wenig. Zur Lösung des Problems lege ich jetzt das Futter für die Asseln auf ein Gitter aus Kunststoff mit etwa 1mm Lochgröße (Abb. 3). Von diesen Unterlagen kann man die Asseln auch sehr gut zum Verfüttern in eine kleinere Dose abklopfen. Außerdem lässt sich das Gitter einfach und schnell mit Wasser säubern.

Hat man eine Schicht Laubblätter auf dem Boden werden die Asseln sogar eine Zeit lang im Terrarium überleben. Sie sollen sich dort von Pflanzenresten, Schimmel und sogar Kot ernähren. In diesem Fall wären sie nicht nur nahrhaft sondern auch noch ausgesprochen nützlich.

 

(3) Asseln an einer Kartoffel auf einem Kunststoffgitter
(4) mit rotem Paprika gefütterte Asseln

 

 

Literatur:

BRUSE Frank, Dr. MEYER Michael, SCHMIDT Wolfgang (2003, 2008): Praxis Ratgeber Futtertiere; Artenteil - Weiße Assel: S. 132-134

DOST, Uwe (2011): Die Weiße Assel, Gesundheitspolizei und Futtertier, DATZ 04/2011, S. 66-69

FELKA, Jens (2009): Asseln als Futtertiere, in REPTILIA Nr.79, Oktober / November 2009, Seite 62 - 67

SCHMIDT, Matthias (2004): Futtertiere - die Weisse Assel, in CAMAELEO 14. Jahrgang, Heft 2, November 2004

 

 

©2008 Kaktusfisch ; letzte Änderung 30.09. 2009