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Bohnenkäfer, Callosobruchus maculatus, Bruchus quadrimaculatus:

 

Relativ neu auf dem Froschfuttermarkt (Stand 2008) sind Zuchtansätze vom Vierfleckigen Bohnenkäfer. Im Internet tauchen dazu zwei wissenschaftliche Namen auf Callosobruchus maculatus oder Bruchus quadrimaculatus. Was davon aktuell ist, spielt für mich keine große Rolle. Die Informationen zu den Tierchen sind sowieso recht dünn.

Die Bohnenkäfer oder Samenkäfer, die nur etwa 4 Millimeter groß werden, sind in den tropischen und warmen Zonen der Erde sehr häufig vorkommend. Sie lieben dort aber eher trockene Regionen. Forscher vom Centre for Ecology and Conservation an der University of Exeter in Cornwall beschäftigen sich zurzeit mit dem interessanten Fortpflanzungsverhalten dieser kleinen Käfer.

Das Käfermännchen hat an seinen Genitalien kleine Stacheln die während der Kopulation das Weibchen verletzen können. Das ist allerdings bei vielen Käfern der Fall und dient wahrscheinlich dazu, dass das Männchen sozusagen im Weibchen ankert. Um die Weibchen dennoch zur Kopulation zu bewegen, enthält das Sperma dieser Insekten besonders viel Wasser das sie über den Genitaltrakt in ihren Körper aufnehmen können. Auf diese Weise sind gerade durstige Käferweibchen trotz Verletzungsgefahr besonders paarungswillig. Die Forscher untersuchten dafür die Samenkäfer im Labor und gaben den Weibchen entweder uneingeschränkt viel oder nur wenig Wasser. Dabei stellten sie fest, dass sich durstige Käfer Weibchen sehr viel häufiger paaren als die nicht durstigen. Die Anzahl der Paarungen erhöhte sich bei ihnen um 40 Prozent.

 

(1) Käfer auf einem feuchten Papier
(2) Honig fressende Bohnenkäfer

 

Die Käfer sind im wahren Leben gefürchtete Schädlinge, welche gebietsweise ganze Ernten vernichten können. Sie sind sehr tolerant bezüglich der Temperatur. Ich halte sie bei Zimmertemperatur in fest verschließbaren Gefäßen die an den Seiten mit winzigen Lüftungslöchern versehen sind. Auf den Boden kommen etwa 1-4 Lagen Schwarzaugenbohnen. Mit Kichererbsen soll es auch funktionieren was ich aber nicht ausprobiert habe. Die Bohnen werden dann minimal angefeuchtet. Nachdem das Wasser von den Bohnen aufgenommen wurde, kann man etwa 20 Zuchtkäfer hinzugeben. Bei einer höheren Luftfeuchtigkeit vermehren sich die Käfer besser aber es besteht wiederum die Gefahr, dass hierbei die Bohnen verschimmeln. Man muss hier einen gangbaren Mittelweg finden.

Später lege ich ab und an ein Stück angefeuchtetes Papier auf die Bohnen von dem die Käfer Wasser aufnehmen können (Abb. 1). Gefüttert werden die Käfer mit kleinsten Mengen Honig. Der kommt ebenfalls auf ein kleines Stück Papier und dieses dann oben auf die Bohnen (Abb. 2). Dabei sollte der Honig schon kristallisiert sein, da man sich sonst eine Super Insektenfalle zugelegt hat an der die Käfer reihenweise kleben bleiben und verenden.

Die Weibchen legen ihre Eier in die gelagerten Bohnen wo die Larven schlüpfen. Eine Bohne kann mehrere geschlüpfte Larven enthalten. Mit  steigender Larvenanzahl pro Bohne fällt allerdings die Überlebensrate der Larven. Die Larven verpuppen sich dann in der leer gefressenen Bohnenhülle. Die fertigen Insekten durchbrechen die Hülle, paaren sich, legen Eier und beginnen somit eine neue Generation was ungefähr einen Monat dauert. Das geht solang bis der Nährstoffvorrat (in unserem Fall die Bohnen) erschöpft ist oder wir die Käfer verfüttern. Auf den Käfern haftet das Vitaminpulver besonders gut und dauerhaft da sie sich, im Gegensatz zu Drosophila nicht putzen.

Die Frösche stürzten sich regelrecht auf die Käfer. Selbst wenn sie mit den wohl nicht ganz leicht zu fressenden Tierchen einige Probleme haben. Daher sind sie auch nur für die etwas größeren Pfeilgiftfrösche von Bedeutung. Einen Pumilio kann man damit nicht begeistern.

Alles in allem sind die Bohnenkäfer ein hervorragendes Zusatzfutter für Pfeilgiftfrösche. Der große Vorteil liegt in ihrer völlig unkomplizierten Zucht.

Im Gegensatz zu den Ausführungen bei BRUSE, MEYER und SCHMIDT zeigen sich meine Käfer überhaupt nicht flugfreudig. Ob hier mehrere Clone im Umlauf sind?

 

 

Literatur:

DOST Uwe (2009): Ein Vorratsschädling als Futter für Fische, Reptilien und Amphibien; in Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift DATZ, 07/2009, S. 68-71

 

BRUSE Frank, Dr. MEYER Michael, SCHMIDT Wolfgang (2003, 2008): Praxis Ratgeber Futtertiere; Artenteil - Bohnenkäfer: S. 127-132

FRIEDERICH Ursula, VOLLAND Werner (1981, 2005): Futtertierzuchten - Lebendfutter für Vivarientiere, 4., aktualisierte Auflage, Verlag Eugen Ulmer KG, Stuttgart, Seite 124 - 128

 

 

©2008 Kaktusfisch ; letzte Änderung 27.09. 2010