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Anlage:

Allgemein:

 

Recht schnell nach der Inbetriebnahme meines ersten Terrarium kam der Wunsch auf, eine größere Terrarienanlage aufzubauen. Da dies unser Wohnraum, (oder die Familie) aber nicht zuließ, musste ich notgedrungen in den Keller ausweichen.

Also wurde der Kellerraum vor dem Fischkeller entrümpelt und abgeteilt. Jetzt stand mir eine Grundfläche von knapp 5m² bei 2,55m x 1,85m. Dabei ergab sich an einer Wand eine freie Stellfläche von etwa 2,50m x 0,60m. An diese Wand sollten die größeren Terrarien untergebracht werden. Gegenüber auf einer Länge von 1,20m hatte ich Platz für kleinere Terrarien der Maße 40cm x 30cm x 30cm, (LxTxH). An dieser Anlage möchte ich einmal die eingesetzte Technik vorstellen.

 

 

(1) Zeichnung für ein Doppelbecken

 

Da mir ein Aluminiumregal einfach zu teuer war, wurde ein Holzgestell entworfen. Hier habe ich versucht den mir zur Verfügung stehenden Platz am besten auszunutzen (Abb. 3). Durch die 60 cm tiefe Stellfläche entschloss ich mich die Behälter 40cm x 60cm x 50cm, (LxTxH) bauen zu lassen. Oben ist noch mal die Originalzeichnung (Abb. 1) abgebildet nach denen die Becken bestellt wurden

 

(2) Steckdosen an der Rückwand
(3) leeres Holzregal

 

Das brachte zwar den Nachteil von recht schmalen Becken die aber den Fröschen mehr Möglichkeiten zum Rückzug in die hinteren Bereiche bringen sollten. Bei meinen Fischen hatte ich diese Möglichkeit sehr zu schätzen gelernt. Um noch mehr Platz zu sparen wurden immer zwei zusammen gefasst als Doppelterrarium geplant. Steckdosen wurden in ausreichender Anzahl auf der Raumrückwand (Abb. 2) montiert und das Regal konnte fertig aufgebaut werden. Zum Einsetzen der Terrarien (Abb. 4) konnte ich die vorderen, senkrechten Stützen einzeln heraus nehmen.

 

(4) Einsetzen der Terrarien
(5) mit Xaxim beflockte Silikonwände

 

Was in der Theorie eigentlich ganz gut aussah, bewährte sich später aber nicht unbedingt. Es war doch immer sehr aufwändig alles abzubauen wenn man an die Terrarien musste. Und ich habe sie noch des oft heraus nehmen müssen. Da die Terrarien sowieso schon sehr schmal waren, wollte ich den vorhandenen Platz nicht noch durch eine Auskleidung mit Xaximplatten weiter verkleinern. Die Becken wurden mit braunem Silikon bestrichen und dann mit Xaximstreu (Abb. 5) beflockt.

Auch bei dieser wirklich atemberaubenden Arbeit erlangt man nach und nach einige Perfektion was man an dem immer besser werdenden Ergebnis sehen konnte. Unterschiedlich große Xaximstücke wurden in dem Silikon eingesetzt. Sie dienen später als Filmdosenlager oder Auflage für Wurzeln.

 

Am Beispiel meiner Terrarienwand sollen hier einmal die eingesetzten technischen Lösungen kurz vorgestellt werden. Die Anlage besteht im Einzelnen aus sechs Doppelterrarien der Maße 80x60x50 (LxBxH) in zwei übereinander angeordneten Reihen.

 

(6) Teil der fertigen Wand

 

Beregnung:

 

Direkt hinter der Terrarienwand liegt unter Putz ein Regenfallrohr von unserem Flachdach. Dieses Rohr wurde frei gestemmt (Abb. 9) und mit einem Regensammler aus dem Baumarkt versehen. Daran wurde über eine kurze Schlauchverbindung ein ehemaliges, umbautes Aquarium (Abb. 8) angeschlossen.

In diesem Behälter, 140cm x 12cm x30cm, stehen mir etwa 30 Liter Wasser zur Verfügung, welches sich hier auch auf Raumtemperatur erwärmen kann. Für eine Wasserzirkulation sorgt hier ein einfacher Luftheber aus der Aquaristik. Ein eingepasster grober Filterschwamm soll eventuell vom Dach kommende Schmutzteilchen fernhalten.

 

(7) Einlauf des Regenwassers vom Dach
(8) altes Aquarium als Regenwasserbehälter

 

Die Seitenscheiben haben jeweils eine Bohrung. Links befindet sich der Wassereinlauf (Abb. 7) und rechts der Ausgang zur Pumpe (Abb. 10). Im linken Bereich ist ein Stück grober Filterschwamm eingeklemmt der grobe Verunreinigungen herausfiltern soll. Zur Wasserumwälzung läuft ein einfacher Luftheber.

Beregnet wird die Anlage bisher ausschließlich durch dieses Regenwasser mit Hilfe einer 9 bar erzeugenden Druckpumpe. In jedem Terrarium ist im vorderen Bereich mittig eine Bohrung für eine Sprühdüse vorgesehen. Zurzeit werden noch Düsen aus Neusilber verwendet. Diese sind aber sehr empfindlich für ein häufiges Verstopfen, sodass ich demnächst auf ein anderes System umstellen werde. Im Sommerhalbjahr läuft die Beregnung 4x für etwa 20 Sekunden am Tag. Im Winter reduziere ich auf 1x ca. 10 Sekunden. Die Beregnung wird durch einen Timer der Firma ENT gesteuert. Der Timer selbst bekommt sein Einschaltsignal durch eine elektronische Schaltuhr.

Überschüssiges Wasser sammelt sich in den vorderen Wassergräben und fließt über ein Schlauchsystem zu einem Abflussrohr (Abb. 11). Man kann die Wassergräben ab und zu spülen und dabei fließt das alte Wasser eigenständig ab, was ein großer Vorteil ist.

Als Nachteil könnte sich einmal das Zusammenschließen der Becken in einer Ebene heraus stellen falls Krankheitserreger oder Keime hier einen Weg zwischen den einzelnen Terrarien finden.

 

(9) innenliegendes Regenfallrohr
(10) Auslauf, Pumpe, Uhr und Timer
(11) Ablauf unter den Becken

 

Lüftung:

 

Alle meine Terrarien wurden mit einer Kaminlüftung gebaut. Ihr Ziel ist es, für einen selbstständigen Luftaustausch im Terrarium zu sorgen. Die durch die aufliegende Beleuchtung erwärmte Luft tritt durch eine oben befindliche Lüftungsfläche aus und lässt durch die hinter der Frontscheibe angebrachte Lüftungsgaze Frischluft ins Innere nachströmen.

Ein sehr gewollter Nebeneffekt ist eine beschlagfreie Frontscheibe. Da meine sechs Doppelterrarien aber in einem relativ verkleideten Regal stehen wirkt sich dieser Kamineffekt nicht 100%ig aus. Zum zusätzlichen Luftaustausch in den Terrarien verwende ich daher auf der oberen Gaze liegende, kleine Lüfter. Die Zeitsteuerungen der Ventilatoren muss dabei so auf die Steuerung der Beregnung abgestimmt werden, dass nicht unmittelbar nach oder während einer Beregnungsphase die Lüfter feuchte Luft aus den Becken ziehen.

Bei mir laufen die Lüfter jedes Mal kurz vor Einschalten der Beregnungspumpe. Meine Lüfter laufen nur in eine Richtung und ziehen dabei die verbrauchte Luft aus dem Terrarium. Verwendet werden 12 Volt Lüfter die einen Durchmesser von 8 bzw. 12 Zentimetern  haben und jeweils zu sechst (eine Terrarienreihe) an einem Netzgerät angeschlossen sind.

Netzgeräte und Lüfter stammen von einem Elektronik Versandhandel. Auch die während der Mittagszeit in einigen Terrarien zugeschalteten 12 Volt Strahler sind mit der Ansteuerung der Beregnungspumpe abgestimmt. Ein Beispiel für die unterschiedlichen Schaltzeiten sieht man in untenstehender Tabelle 1.

 

Tabelle 1
Zeit Beregnung
Zeit Lüfter
Zeit Strahler
6,00 - 6,10 Uhr
6,20 Uhr
7,00 Uhr
9,40 - 9,50 Uhr
10,00 - 14,00 Uhr
14,40 - 14,50 Uhr
15,00 Uhr
16,40 - 16,50 Uhr
17,00 Uhr

 

Entfeuchtung:

 

Durch die Beregnung der Terrarien aber auch wegen der nicht verschlossenen Behälter für Springschwänze und der offenen Quappenbecher herrscht in meinem Kellerraum eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit.

Da ich in meinen eigenen vier Wänden und nicht zur Miete wohne, muss ich dagegen natürlich etwas machen. Ein kleines Kellerfenster wird so oft wie möglich zur Lüftung genutzt. Da das allerdings nicht ausreicht, wird zur Erhaltung der Bausubstanz ein mobiler Luftentfeuchter eingesetzt. Dieses Gerät hat eine elektrische Leistungsaufnahme von 235 Watt und gibt davon einen Teil als Warmluft an die Umgebung ab.

Bei besten Bedingungen soll eine Entfeuchtung von über 10 Liter pro 24 Stunden erreicht werden. Etwa drei Liter sind bei mir die Höchstleistung. Allerdings fasst der Auffangbehälter nur 1,5 Liter. Dennoch war ich, bei einem Preis von 99 €, mit dem Ergebnis sehr zu frieden. Das schlechte Gewissen wird damit auf alle Fälle beruhigt.

Das dieses Gerät nach einem halben Jahr schon nicht mehr bereit war den 24 Stunden Job in meinem Keller zu machen, war dann jedoch etwas lästig. Aber den Anschaffungspreis gab es im BAUHAUS anstandslos zurück und für 39 € mehr gab es auch ein neues, größeres Gerät in dem Laden.

 

Literatur:

 

 

©2008 Kaktusfisch ; letzte Änderung 14.11.2010