www.kaktusfisch.de

Futter: Erbsen/Garnelen Mix

 

Dieses Futter, welches eigentlich alle meine Fische sehr gern fressen, geht zurück auf ein Rezept von Kjell Fohrmann (Schweden). Ein wenig umgeändert macht es heute etwa ein Drittel meines Fischfutters aus. Der große Vorteil ist die Verwendung von pflanzlichen und tierischen Anteilen bei denen Letzteres nicht von Warmblütern stammt.

Im Einzelnen benötigt man die unten aufgelisteten Zutaten und Hilfsmittel. Die Mengen kann man natürlich je nach Bedarf potenzieren.

 

man braucht:
  • 250 Gramm gefrorene Erbsen
  • 250 Gramm Garnelen
  • 3 Teelöffel Spirulina Pulver
  • 2 Beutel Agartine
  • heißes Wasser
  • Küchenmaschine
  • Mixer
  • Kochtopf
  • Gefrierbeutel
  • Folienschweißgerät
  • Herdplatte
  • Gefrierfach

 

(1) Zutaten

 

Die Erbsen und Garnelen kaufe ich in gefrorenem Zustand. Für die Zubereitung braucht man eine Küchenmaschine bzw. einen guten Mixer. Darin werden die Zutaten so weit wie möglich zerkleinert. Das funktioniert ganz gut unter Zugabe von heißem Wasser. Sind später größere Stücke im Futter haben die Fische gerade an den Erbsen kein großes Interesse und diese landen dann im Filter. Garnelen scheinen dagegen wesentlich besser zu schmecken. Von denen bleibt nichts übrig.

 

(2) klein gemixte Garnelen

(3) klein gemixte Erbsen

 

Zur Bindung des Ganzen kommt im Originalrezept Gelantine zu Einsatz. Gelantine jedoch wird aus dem Bindegewebe hauptsächlich vom Schwein oder Rind gewonnen. Diese Anteile warmblütiger Tiere werden zwar von den Fischen gefressen aber vom Verdauungstrakt der Tiere nicht verarbeitet. Vor vielen Jahren habe ich selbst meine Fische mit Unmengen von Rinderherz regelrecht zu Tode gefüttert.

Zu den Erbsen und Garnelen kommen drei Esslöffel Spirulina Pulver.

Die blau-grüne, spiralförmige Mikroalge Spirulina platensis gedeiht in stark alkalischem Salzwasser. ... Durch natürliche Photosynthese bilden sich in der heißen Sonne eines subtropischen Klimas die zahlreichen Inhaltsstoffe dieser wertvollen Nahrungssubstanz aus der Natur. <<< O-Ton auf der Packung!

 

gefunden in der >HNA< vom 18.03.2009
In unserer Tageszeitung wurde hier einmal der Unterschied zwischen zwei Geliermitteln erklärt.

 

(4) das Spirulina Pulver kommt dazu

(5) die Agartine wird angerührt

 

Seit kurzem benutze ich als Bindemittel >Agartine< der Firma RUF.

Agartine wird aus Algen gewonnen und ist die pflanzliche Alternative zu Gelantine. <<< O-Ton auf der Packung!

Verarbeitet wird das Zeug`s ähnlich wie Gelantine. Es wird im Wasser verrührt und dann zwei Minuten gekocht. Anschließend kommt die Rohmasse in den Topf, wird noch einmal kurz erhitzt und kann nun in Gefrierbeutel angefüllt werden.

 

(6) die Masse kommt in den Topf

(7) alles wird gut verrührt ...

 

In jeden Gefrierbeutel kommen etwa 250 Gramm. Da ich immer vier Beutel heraus bekomme, hat sich das Gewicht der Erbsen und Garnelen also verdoppelt. Das liegt an den Wasserzugaben während der Herstellung. Zum Abkühlen lege ich die mit einem Folienschweißgerät verschlossenen Beutel noch für ca. eine Stunde auf den Balkon. Dannach kommen sie ins Gefrierfach unseres Haushaltskühlschrankes.

 

(8) ... und kommt dann in die Beutel

(9) die Tüten sind zu und kühlen aus

 

Den Platz für diese vier Beutel habe ich von meiner Frau genehmigt bekommen. Da aber neben ein wenig gefrorenen Cyclops und Mückenlarven auch noch die normalen Frostsachen der Familie gelagert werden müssen, ist an die Herstellung einer größeren Menge nicht zu denken.

So muss ich also etwa alle zwei Monate wieder neues Futter ansetzen. Obwohl es, zugegeben immer mit einiger Sauerei in der Küche verbunden ist, werde ich weiter diese Mischung ansetzen.

 

(10) eine Gruppe Tropheus am Erbsen/Garnelen Mix

 

Den selben Gedanken, zur Herstellung eines einfachen aber ausgewogenen Fischfutters, verfolgt Wolfgang Schamel in einem mehrteiligen Beitrag der 2009 in der DATZ erschien. Dabei weitet er die Basis der verwendeten Zutaten noch weiter aus. Unter anderem nutzt er Äpfel, Bananen, Kartoffeln, Möhren, Paprika, Salat, Spinat, Rote Bete und Rosenkohl als pflanzliche Bestandteile. Den tierischen Anteil stellen bei ihm Seelachs, Garnelen oder Shrimps.

 

 

Literatur:

KONINGS Ad (Redakteur) (1993): Cichliden -artgerecht gepflegt- , S. 35/36

SCHAMEL Wolfgang W. A. (2009): Gesundes und kostengünstiges Fischfutter "nach Hausfrauenart" (I); in Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift DATZ, 08/2009, S. 16-20

SCHAMEL Wolfgang W. A. (2009): Gesundes und kostengünstiges Fischfutter "nach Hausfrauenart" (II); in Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift DATZ, 09/2009, S. 30-34

SCHAMEL Wolfgang W. A. (2009): Ein preiswertes und gesundes Futter für die Jungfischaufzucht; in Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift DATZ, 10/2009, S.22-23

 

©2008 Kaktusfisch ; letzte Änderung 07.02.2011